Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen – Empfehlungen



Abwechslung tut dem Ernährungsverhalten von Kindern gut

Das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen wird von verschiedensten Seiten immer wieder thematisiert. Wir möchten euch mit diesem Bericht einen Überblick verschaffen und ein paar wichtige Tipps präsentieren.  Eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung spielt nämlich eine sehr wichtige Rolle für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter. Es gilt das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu stärken und über die negativen Folgen von Fehlernährung aufzuklären. Wir orientieren uns dabei an den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Über die Nahrung wird der Körper mit einer Vielzahl an wichtigen Nährstoffen versorgt. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist dies sehr wichtig, da Nährstoffe für Wachstum, Entwicklung und eine volle Leistungsfähigkeit benötigt werden. Kinder haben andere Ernährungsbedürfnisse als Erwachsene und können Nährstoffe noch nicht so gut speichern. Von daher brauchen Kinder häufiger etwas zu essen. Empfohlen werden fünf kleinere Mahlzeiten am Tag.

Eine gesunde Ernährung sollte vielseitig und ausgewogen sein. Es müssen alle essentiellen Nährstoffe enthalten sein und es ist darauf zu achten, dass kein übermäßiger Konsum von fett- und zuckerreicher Nahrung stattfindet. Falsche Ernährung liegt im Allgemeinen dann vor, wenn die Energiezufuhr über einen längeren Zeitraum den individuellen Energiebedarf übersteigt.

Wie steht es um das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland?

In der Wissenschaft gibt es sehr wenige Studien über das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Der Kinder und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts hat dabei von 2003 bis 2006 mit ‚EsKiMo‘1 die größte bundesweite Datenerhebung zum Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Die ‚KiGGS-Studie‘ kam zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 17 Jahren erstaunlicherweise relativ selten Fast Food Produkte konsumiert. Drei Viertel der insgesamt 15.945 befragten Kinder und Jugendlichen nehmen lediglich einmal im Monat Fast Food zu sich. Allerdings werden Produkte wie Wurst, Süßigkeiten und süße Getränke von den meisten Kindern deutlich häufiger konsumiert als dies von der DGE empfohlen wird. Zu selten werden hingegen Fisch, Obst und Gemüse verzehrt. Lediglich die Hälfte der befragten Jungen und Mädchen isst einmal am Tag Obst, und nur sehr wenige der befragten Kinder kommen auf den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen mehrmaligen Obst- und Gemüsekonsum am Tag.

Ernährungsempfehlungen für den Alltag

Es gibt zahlreiche Ernährungsempfehlungen nach genauen Grammangaben oder anhand vorgegebener Rezepte. Dies ist im Alltag jedoch sehr aufwendig, kompliziert und in der täglichen Praxis kaum umsetzbar. Es ist jedoch wichtig, zumindest auf eine abwechslungsreiche und möglichst vollwertige Ernährung zu achten. Die DGE hat auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse 10 Ernährungs-Regeln formuliert, die dabei helfen, genussvoll und gesunderhaltend zu essen.

Der nachfolgende DGE-Ernährungskreis soll zudem bei der Auswahl der Lebensmittel behilflich sein:

Der dge-Kreis kann beim Ernährungsverhalten von Kindern hilfreich sein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ernährung und Sport

Auch für Kinder gilt, dass kurz vor einer anstrengenden körperlichen Betätigung keine größere Mahlzeit mehr eingenommen werden sollte. Der Körper kann diese nicht schnell genug verdauen. Mahlzeiten vor dem Sport sollten in erster Linie aus kohlehydrathaltiger Nahrung (bspw. Nudeln) bestehen, um die Glykogen Speicher für die Energiebereitstellung aufzufüllen und eine optimale Leistung abrufen zu können. Außerdem muss das Trinkverhalten an den erhöhten Flüssigkeitsverbrauch, durch die sportliche Betätigung, angepasst werden. Nur bei guter und ausgewogener Ernährung kann maximale Leistung erbracht werden. Je nach Anstrengungsgrad müssen auch während der Sporteinheit die Energiereserven wieder aufgefüllt werden.

Die Vorbildfunktion der Eltern

Weiteren Einfluss auf das Ernährungsverhalten von Kindern hat das soziale Umfeld. Insbesondere die Eltern tragen eine hohe Verantwortung und dienen als Vorbild mit prägendem Ernährungsverhalten. Gerade im Kindesalter bestimmen in erster Linie die Eltern, welche Lebensmittel zu Hause konsumiert werden. Außerdem nehmen Kinder mit Übergewicht ihre Mahlzeiten deutlich seltener im Kreise der Familie ein, als dies normalgewichtige Kinder tun1.

Folgen falscher Ernährung und Fazit

Bereits im Kindes- und Jugendalter wird die Basis für das Ernährungsverhalten als Erwachsener gelegt. Lernt Ihr Kind frühzeitig die Grundzüge gesunder Ernährung kennen, kann Krankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Störungen, Gelenkbeschwerden oder Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes Typ II (Zuckerkrankheit) erfolgreich vorgebeugt werden. Viele Krankheiten die auf falsche Ernährung zurückzuführen sind, treten häufig erst im Erwachsenenalter auf wenn es für erfolgreiche Gegenmaßnahmen meist schon zu spät ist.

So kann ein langfristiger, positiver Effekt vor allem dann erzielt werden, wenn es gelingt die Motivation und Handlungskompetenz für eine bedarfsgerechte Ernährung bereits im Kindes- und Jugendalter deutlich zu steigern.

Auf der folgenden Seite haben wir euch auf Wunsch noch einmal Ernährungsempfehlungen im Detail zusammengestellt.

Weitere Informationsquellen:
Auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung finden Sie zahlreiche weitere Tipps und Empfehlungen rund um das Thema Ernährung.

Das Institut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) bietet eine wöchentliche Telefonberatung, eine Rezeptauswahl und viele weitere nützliche Informationen, Broschüren und Bücher zum Thema gesunde Ernährung im Kindesalter.

 

Literatur:
1MENSINK, G.B.M./ BAUCH, A./ VOHMANN, C./ STAHL, A./ SIX, J./ KOHLER, S./ FISCHER, J./ HESEKER, H. : „EsKiMo – Das Ernährungsmodul im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS)“, in: Bundesgesundheitsblatt- Gesundheitsforschung- Gesundheitsschutz 50 (2007) 5/6.