Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder gefährlich für die Gesundheit?



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Immer mehr Menschen nehmen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich, um so ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alltag positiv zu beeinflussen. Dabei wissen die Meisten überhaupt nicht, was diese ominösen Präparate überhaupt sind, ob die Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist oder sogar Gefahren birgt. In diesem Artikel wollen wir diesen Fragen auf den Grund gehen und euch einige interessante Fakten zu Nahrungsergänzungsmitteln vorstellen.

Nach dem Europäischen Recht ist ein Nahrungsergänzungsmittel ein Lebensmittel…

  • , das dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen
  • ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und
  • in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Brausetabletten, Pulver, Tropfen etc. und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.

Konkrete Beispiele sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Ballaststoffe, Pflanzen oder Kräuterextrakte. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arznei, sondern Lebensmittel. Sie dürfen nicht dazu bestimmt sein zu heilen oder zu verhüten. Anders als Arzneimittel müssen Nahrungsergänzungsmittel kein Zulassungsverfahren durchlaufen. Für die Sicherheit sind allein die Hersteller verantwortlich.

Wann können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein?

Vitamine zum Beispiel braucht der Mensch, denn selbst können wir sie nicht herstellen. Aber wer weiß schon mit Sicherheit, ob man ausreichend Vitamine über die Nahrung zu sich nimmt? Viele Menschen bedienen sich aus diesem oder anderen Gründen an Nahrungsergänzungsmitteln. Grundsätzlich gilt aber: Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Personen, die sich normal ernähren, in der Regel überflüssig! Wenn man sich ausgewogen ernährt, bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Auf der anderen Seite kann eine einseitige, unausgewogene Ernährung nicht durch den Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Ebenfalls haben aktuelle Studien aus den USA herausgefunden, dass Nahrungsergänzungsmittel auch keinen positiven Effekt auf das Krebsrisiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Sterblichkeit haben1. Es gibt jedoch auch Personengruppen, bei denen eine Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein kann, wie zum Beispiel bei Schwangeren, Vegetariern, Senioren oder alkoholabhängigen Menschen. Die Mittel sollten dann aber nach Möglichkeit von einem Arzt verschrieben werden.

Können Nahrungsergänzungsmittel gefährlich sein?

Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel also überflüssig und nicht notwendig. Können Sie jedoch auch gefährlich sein? Diese Frage muss mit „Ja“ beantwortet werden. Vor allem die Einnahme von Präparaten mit einem einzigen, hoch dosierten Inhaltsstoff kann einen negativen Effekt haben und zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Wenn man beispielsweise seinem Körper zu viel Eisen zugibt, kann dies die Verwertung von Zink herabsetzen und so zu Infektionen und Arteriosklerose („Arterienverkalkung“: In den Schlagadern bilden sich Ablagerungen, die im Laufe der Zeit zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Thrombosen führen können) führen. Weiterhin kann eine langfristige überdosierte Einnahme von fettlöslichen Vitaminen die Nieren schädigen. Ein großes Problem ist zudem, dass viele Hersteller nicht die genaue Zusammensetzung ihrer Mittel oder die Herkunft der Inhaltsstoffe preisgeben. Dies kann zu allergischen Reaktionen führen oder es kommt zu Verunreinigungen, die dann wieder zu langfristigen gesundheitlichen Schäden führen können. Speziell der Internethandel verstärkt das Problem zunehmend, da viele im Ausland tätigen Hersteller keinerlei Kontrollen oder Vorschriften unterliegen.

Nahrungsergänzungsmittel im Sport

Möchte man als Sportler gute Leistungen bringen, so ist neben dem Training vor allem eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Dass sich jedoch nicht alle Sportler vornehmend gesund ernähren, zeigt eine Ernährungserhebung des Olympiastützpunktes Rhein/Ruhr. Die Gesundheit, und diese umfasst auch eine ausgewogene Ernährung, stellt neben dem Training die Grundlage für einen erfolgreichen Sportler dar.

Ein immer größer werdender Trend ist daher der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln im Sport. Bereits im Jugendbereich kommen entsprechende Präparate zum Einsatz. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die angebotenen Nahrungsergänzungsmittel häufig überflüssig und in einigen Fällen sogar bedenklich sind. Der Körper stellt in der Regel alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Form selber her oder sie werden durch eine ausgewogene Ernährung durch die Nahrungsmittel aufgenommen.

In der Werbung der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln wird zwar oft von nachgewiesenen positiven Effekten gesprochen, aber sehr selten sind die Effekte und die Wirkung der Inhaltsstoffe wissenschaftlich belegt. Ein weiteres Problem, insbesondere für Leistungssportler, sind mögliche Verunreinigungen in den Nahrungsergänzungsmitteln. So hat das Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln im Jahr 2004 eine Untersuchung von 634 Nahrungsergänzungsmitteln durchgeführt und in 94 Mitteln positive Befunde für verbotene anabol-androgene Steroide nachgewiesen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann folglich zu positiven Dopingproben führen.

Nahrungsergänzungsmittel gibt es jedoch in vielfältiger Ausführung, so unter anderem auch auf Basis der orthomolekularen Medizin, welche dem Körper Mikronährstoffe zuführt. Bei sehr einseitiger Ernährung oder in speziellen Fällen (Krankheit, vegane Ernährung, Schwangerschaft, etc.) also kann ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein und gezielt unterstützen. Die Sinnhaftigkeit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte im Zweifelsfall jedoch immer mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Um gesund zu leben und seine Leistungsfähigkeit hoch zu halten, kommt man um eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht herum. Orientieren kann man sich dabei zum Beispiel an unseren Artikel zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung im Kindesalter.

Literatur:
<font=“1″>1 MPark, S.-Y./ Murphy S. P./ Wilkens, L. R./ Henderson, B. E./ Kolonel, L. N.: Multivitamin Use and the Risk of Mortality and Cancer Incidence, in: Am. J. Epidemiol (2011) 173 (8) 906-914 2011.