Fitness Games auf Spielekonsolen – Wii und Kinect als Alternative zum Sport?



Kontroller im E-Sport

In den letzten Jahren hat sich mit den Fitness Games ein neuer Trendsport in der Welt der Computerspiele etabliert. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen die Videospieler einfach nur entspannt vor den Spielekonsolen sitzen. Heute mutiert der Körper immer mehr zum Controller und der Spieler bewegt sich mal mehr, mal weniger intensiv um den Bildschirm herum. Die Spieleentwickler erkannten schnell eine neue Marktlücke und brachten mit großem wirtschaftlichen Erfolg zahlreiche Fitness Spiele für die verschiedenen Konsolen auf den Markt (Wii, X-Box Kinect, Playstation Move). Auf den Webseiten der Unternehmen sind Schlagwörter wie Fitness, Action, Gesünderer Lebensstil und Bewegung zu finden.

Können Fitness Games Sport ersetzen?

An dieser Stelle taucht natürlich die Frage auf, ob solche Spiele tatsächlich eine positive Wirkung auf den Fitnesszustand des Spielers haben und ob sie Sport oder andere Aktivitäten gleichwertig ersetzen können? Ganzheitlich betrachtet muss man diese Frage mit einem klaren Nein beantworten. Wissenschaftliche Studien (z.B. an der Uni Münster) haben bewiesen, dass die Belastungen beim Spielen der Fitness Games nicht ausreichen, um Bewegung an der frischen Luft, das Fitnessstudio oder gar eine komplette Sportart zu ersetzen. Auch werden Kinder durch das Spielen von aktiven Videospielen nicht zu mehr Bewegung in ihrer Freizeit angeregt1. Ein großer Minuspunkt bei den Videospielen ist, dass eigentlich mehr nebeneinander als miteinander gespielt wird, so wie es in der Regel bei sportlichen Aktivitäten der Fall ist. Soziale Kontakte und Werte erfährt der Videospieler so nur sehr schwer.

Trotzdem können die Spiele ein erster Schritt zu mehr Bewegung und Aktivität sein. Beispielsweise im Rahmen von einer Therapiemaßnahme bei stark übergewichtigen Personen oder auch bei Senioren kann der Einsatz von solchen Spielen durchaus sinnvoll sein und als Sprungbrett in eine aktivere Lebensweise dienen. Selbstverständlich sind generell 30 Minuten Spielzeit mit einem aktiven Videospiel besser als 30 Minuten inaktiver Fernsehkonsum.

Fazit

Zusammenfassend kann man also sagen, dass aktive Videospiele nicht in der Lage sind, fehlende sportliche Bewegung auszugleichen oder zu ersetzen. Sie können als Sprungbrett oder Motivationshilfe jedoch eine sinnvolle Alternative darstellen und sind auf jeden Fall besser als passiver Medienkonsum. Trotzdem ist es für Körper und Gesundheit immer besser, dass Sporterlebnis im Freien zu suchen, als die Sparversion in der virtuellen Welt zu nutzen. Speziell Kinder und Jugendliche lernen und erleben beim gemeinsamen Spielen und Sporttreiben an der frischen Luft viele Dinge, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Zudem hat Bewegung an der frischen Luft noch viele zusätzliche positive Einflüssen auf den Menschen. Diese entgehen den Spielern an der Konsole. Eine sehr gute Plattform und eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten bietet zum Beispiel der Sportverein.

 

Literatur:
1Baranowski, Abedelsamad, Baranowski: „Impact of an Active Video Game on Healthy Children’s Physical Activity.“, in: Pediatrics Vol. 129 Nr.3, 2012