Übergewicht bei Kindern – negative Folgen und die Gefahr Adipositas



Übergewicht bei Kindern kann dramtische Folgen für die Gesundheit haben.

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und Adipositas rücken in der heutigen Gesellschaft immer häufiger in den Fokus. Die 2012 in Paris veröffentlichte OECD-Studie1, in deren Rahmen in mehreren Ländern unter anderem Daten zum Körpergewicht erhoben und ausgewertet wurden, sorgte auch in Deutschland für großes Aufsehen. So haben hierzulande bereits 60% der Männer und 45% der Frauen mit Übergewicht zu kämpfen. Diese erschreckenden Zahlen haben ihren Ursprung leider oft schon im Kindes- und Jugendalter.

Gründe für Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

In einer im April 2010 von der forsa durchgeführten Umfrage2 unter 100 Kinderärzten haben rund 96 Prozent der Befragten eine Zunahme von Übergewicht bei Kindern in den letzten zehn Jahren festgestellt. „Mangelnde Bewegung“ und „schlechte“ oder „falsche Ernährung“ wurden von 99% der Ärzte dabei als Hauptursachen benannt.

Weitere Gründe für Übergewicht im Kindesalter sind der mangelnde Anreiz der motorischen Entwicklung von Kindern durch ihre Eltern. Zu intensiver Fernsehkonsum und hohe PC-Nutzungsdauer. Ein niedriger Bildungs- und Einkommensstandard der Eltern und zu wenig oder schlechter Sportunterricht an Schulen. Diese vier Gründe können allesamt auch als mögliche Ursachen der beiden Hauptproblematiken, Bewegungsmangel und Fehlernährung, herangezogen werden. Weitere mögliche Einflussfaktoren sind die genetische Veranlagung und psychisch bedingte Essstörungen im Kindesalter.

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Das Robert-Koch Institut ist im Zuge des „Kinder- und Jugendgesundheitssurveys“3 (KiGGS) zu dem Ergebnis gekommen, dass 15% der Kinder in Deutschland zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig sind und bereits 6,3% an krankhaftem Übergewicht (Adipositas) leiden. Die ‚KiGGS-Studie“ brachte ebenfalls die Erkenntnis, dass sich der Anteil an übergewichtigen Kindern in Deutschland im Alter von 14 bis 17 seit den 1980er Jahren nahezu verdoppelt hat. Die Anzahl der adipösen Kinder in diesem Alter hat sich in den letzten 30 Jahren sogar verdreifacht.

Die Verbreitung von Übergewicht unterscheidet sich je nach Altersgruppe. Liegt die Anzahl übergewichtiger Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren noch deutlich unter zehn Prozent, so sind im Alter zwischen 11 und 13 Jahren bereits über 18 Prozent der Kinder übergewichtig.

Folgen und Auswirkungen von Übergewicht bei Kindern

Häufig auftretende negative Folgeerscheinungen von Übergewicht und Adipositas sind Herz-Kreislauf Störungen, Störungen des Stoffwechsels, Störungen des Bewegungs- und Halteapparates (Gelenk- u. Rückenschmerzen) sowie psychosoziale Benachteiligung von betroffenen Kindern. Die ‚KiS-Studie“4 konnte zudem bestätigen, dass übergewichtige Kinder nicht nur im Sportunterricht durchschnittlich schlechtere Leistungen erbringen. Weiter leiden auch die Leistungen in kognitiven Schulfächern wie Mathe und Deutsch im Gegensatz zu normalgewichtigen Kindern.

Im Zuge einer Studie5 über den „Body Mass Index“ (BMI) von Grundschulkindern aus Aachen wird darauf hingewiesen, dass mittlerweile 45% der adipösen Kinder und sogar 85% der adipösen Jugendlichen auch als Erwachsene adipös sein werden. Dies zeigt den hohen Stellenwert gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung im Kindes- und Jugendalter.

Fazit und Empfehlung

So gilt es nicht nur für bereits übergewichtige Kinder auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten. Viel mehr gilt dies für alle Kinder. Nur so können Übergewicht und Adipositas sowie die dazugehörigen gesundheitlichen Folgeerscheinungen im Erwachsenenalter zukünftig vermieden werden. Außerdem wird die körperliche Leistungsfähigkeit gestärkt. Kinder müssen über Gründe, Folgen und die Gefahr von Übergewicht informiert werden. Gleichzeitig müssen sie die Wichtigkeit von Sport, Bewegung und gesunder Ernährung selbst erkennen. Auch in unserem Move-It Sportcamp verfolgen wir das Ziel Kinder und Jugendliche mit Spaß neue sportliche Möglichkeiten aufzuzeigen und achten auf eine ausgewogene Ernährung.

 

Literatur:
1Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): „Obesity and the Economics of Prevention – fit not fat“, Paris 2012.
2FORSA: „Motorische Defizite und Übergewicht bei Kindern“, in www.presse.dak.de (13.01.2011).
3KURTH, B.M./ SCHAFFRATH-ROSARIO, A.: „Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland- Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)“, in: Bundes-gesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 50(2007)5/6.
4BUSCHMANN, Jürgen/ BELLINGHAUSEN, Mathias/ BUSCHMANN, Christian: Klasse in Sport – Interventionsprogramm zur Gesundheits- und Bildungsförderung, Köln 2009.
5HERPERTZ-DAHLMANN B./ GELLER F./ BOHLE, C./ KHALIL C./ TROST-BRINKHUES G./ ZIEGLER A./ HEBEBRAND J.: Secular trends in „body mass index“ measurements in preschool children from the City of Aachen, Germany, in: European Journal of Pediatrics 162(2003), S. 104–109.
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